Schilddrüsenunterfunktion: Abnehmen mit Tabletten

21.07.2018

es gibt wirklich viele, die anfangen L Thyroxin zu nehmen und dann erstmal abnehmen, aber die sind dann meistens auch wirklich übergewichtig. wie viel wiegst du denn und bei welcher Körpergröße? vielleicht sind die Tabletten nicht stark genug?
ich nehme jetzt seit einer Woche L Thyroxin und habe nichts abgenommen, ich habe aber auch kein übergewicht

@ StodeK
Ich hatte auch kein Übergewicht. Ich habe bei 172cm grad mal 73kg gewogen.

wie meine Frage oben. wer hat Erfahrungen gemacht? wie habt ihr abgenommen? ist es überhaupt möglich mit einer SD abzunehmen? danke

ich hatte auch mal eine SD und habe tabletten bekommen und habe davon nicht abgenommen. ich habe ja geschrieben: das ist nur bei manchen leuten so… bei dir anscheinend nicht. dann musst du eben abnehmen wie jeder andere auch. ernähr dich gesund, verkneif dir öfter mal die süßigkeiten und treib sport.

Das ist wohl typenabhängig, ich hab schon seit Jahren eine SU, aber mein (leichtes) Übergewicht kommt ziemlich sicher woanders her (hatte mit Ernährungsumstellung und Sport auch ohne weiteres meine 58 kg auf 168 cm erreicht – ganz so als hätte ich keine SU). Mea culpa nehme ich meine Tabletten so gut wie nie, das sollte ich wohl wirklich mal ändern.

hallo my_pink_lady,
ich habe schon seit Weihnachten Tabletten bekommen aber ich hab noch gar nichts abgenommen nichts. warum nicht? :`(

Ich habe auch eine Schilddrüsenunterfunktion. Und ich hab eigentlich fast sofort nach Einnahme der Tabletten angefangen abzunehmen. Ich hab dann in 3 Monaten fast 15 kilo abgenommen. Ohne Ernährungsumstellung oder Sport.

lg und viel glück

@hasi: das ist richtig schön!! ich meinte damit auch eher, dass es wahrscheinlich ist, wenn man übergewichtig ist, als wenn man eh schon Normalgewicht hat

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Ob nun eine Schilddrüsenunterfunktion der Grund für das Übergewicht ist oder andere Ursachen dahinter stecken – wer dauerhaft sein Gewicht verringern will, braucht Geduld. Denn egal, wie viele Energiereserven der Körper auf Hüfte, Gesäß oder Oberschenkeln angehäuft hat, wird er sich gegen einen Gewichtsverlust wehren. Dahinter steckt eine ursprünglich einmal wichtige Körperfunktion: Früher war es für Menschen überlebenswichtig, Gewichtsverluste schnell wieder ausgleichen zu können und Energiereserven zu erhalten.

Abnehmen trotz Schilddrüsenunterfunktion ist nicht leicht, aber dennoch möglich. Die Kombination aus verschiedenen Ansätzen hilft dabei:

Der Mangel an Schilddrüsenhormonen, der bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftritt, verlangsamt nahezu alle Stoffwechselprozesse des Körpers. Daher löst eine Schilddrüsenunterfunktion oft eine Gewichtszunahme aus, auch wenn die betroffenen Patienten wenig essen. Außerdem kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeitseinlagerung zwischen den Organen und Zellen (Interstitium). Auch dadurch steigt das Körpergewicht an.

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor.

Solange die Ursache der ungewollten Gewichtszunahme – der Mangel an Schilddrüsenhormonen – nicht beseitigt ist, wird es Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion kaum gelingen, abzunehmen. Als erstes gilt es daher, unter ärztlicher Anleitung mit der Einnahme des künstlichen Schilddrüsenhormons L-Thyroxin zu beginnen. Es ersetzt die fehlenden körpereigenen Hormone. Dadurch lässt sich der Stoffwechsel wieder „beschleunigen“ – die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme.

Patienten mit Übergewicht aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion sollten sich vom Arzt beraten lassen, wenn sie eine Gewichtsabnahme anstreben. Wie viel Gewichtsverlust gut ist, hängt unter anderem vom Ausmaß des Übergewichts, dem Alter des Patienten und seiner gesundheitlichen Verfassung ab. Arzt und Patient können gemeinsam ein Behandlungsziel – also ein anzustrebendes Gewicht – vereinbaren und überlegen, wie sich dieses am besten erreichen lässt.

Daher sind Mode-Diäten, die eine Gewichtsabnahme in kürzester Zeit verheißen, auch unsinnig: Die Kilos purzeln zwar tatsächlich rasch, sind aber meist ebenso schnell wieder „auf den Hüften“.

Gesundes Abnehmen beruht in erster Linie auf einer guten Balance aus Ernährung und Bewegung. Arzt und/oder Ernährungsberater können bei der Erstellung eines geeigneten Speiseplans helfen. Er sollte aus einer kalorienreduzierten, aber ausgewogenen und abwechslungsreichen Mischkost bestehen. Individuelle Vorlieben und Abneigungen sollten dabei berücksichtigt werden, damit es dem Patienten leichter fällt, sich daran zu halten.